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„Reden tut not, Schweigen bringt Tod!“

von Vreni + Dieter Theobald

Von der Sprachlosigkeit in der Ehe

Nach einigen Rückfragen erfuhren wir dann, dass es eigentlich darum ging, dass Oswald nicht oder nur schlecht ein Gespräch mit seiner Frau führen konnte. So nach und nach kamen ‚die Brocken' heraus. In den ersten Jahren seines Lebens starb seine Mutter. Haushälterinnen, Tanten und dann später eine neue Mutter hatten sehr wortreich den schüchternen Jungen zum Reden bewegen wollen.
In den ersten Jahren seines Lebens starb seine Mutter. Haushälterinnen, Tanten und dann später eine neue Mutter hatten sehr wortreich den schüchternen Jungen zum Reden bewegen wollen. Er aber hatte sich mehr und mehr verschlossen und in seinem Herzen war so etwas wie ein Schwur entstanden: ‚Mit Frauen rede ich nicht, die wollen einem doch nur herumkommandieren!' - Dazu kam die praktizierte Lebenseinstellung seines Vaters: ‚Man muss weniger reden, mehr tun!'
Hier lag offensichtlich die Wurzel seiner Schweigsamkeit und der mangelnden Bereitschaft, mit Erika zu sprechen.
Die Ursachen, dass die Kommunikation in der Ehe zum Erliegen kommt, sind vielerlei. Irgendwo sind Barrikaden entstanden, die das Gespräch miteinander blockieren oder verhindern.

Und trotzdem: Es gibt wohl kaum ein Ehepaar, das nicht zutiefst im Herzen den Wunsch hat, dass ihr Miteinander gut und harmonisch verläuft, dass bei auftretenden Spannungen und Meinungsverschiedenheiten man darüber reden kann und dass man sich in liebender Zuwendung einander wohl tut. Jedenfalls ist das bei jedem Ehepaar einmal die Ausgangslage gewesen.

Die Realität, die wir leben, ist allerdings oft so:

  • Wir haben zwar den Wunsch nach Gemeinsamkeit, - doch es gibt auch viel Einsamkeit in der Ehe.
  • Wir tragen in uns die Sehnsucht nach Nähe, - doch wir spüren auch immer wieder viel Distanz in der Beziehung.
  • Wir haben das Bedürfniss nach Austausch und Gespräch, - aber oftmals herrscht viel Schweigen und Verstummen in der Ehe.
Wir stellen Entfremdungssymptome fest, die man folgendermassen benennen könnte:
  • Wir fühlen uns von andern besser verstanden als vom Partner.
  • Es herrscht eine Atmosphäre von Langeweile und Traurigkeit in unserer Beziehung.
  • Gefühle von Enttäuschung, Bitterkeit und Einsamkeit kommen auf.
  • Es ist mir gleichgültig, wie es dem Partner geht. Seine Sorgen und Freuden interessieren mich nicht mehr.
  • Wir haben uns nichts mehr zu sagen.
  • Die Bewunderung für den Partner schwindet.
  • Zwischen uns ist ständig eine Gereiztheit oder schlechte Laune spürbar.

Es ist wichtig, diese Symptome ohne Schuldzuweisung und Vorwürfe wahrzunehmen. Es bringt nichts, wenn wir sagen:"Wegen dir ist es so, du bist schuld....!" - Es sind Alarmsirenen, die uns wachrütteln wollen, damit wir bewusst und willentlich für unsere Beziehung etwas tun.

Jede Beziehung braucht Pflege!

Wie überall im Leben gilt auch in der Ehe: Wir müssen etwas investieren, damit etwas wird. Wir müssen etwas Gutes säen, damit etwas Schönes aufwachsen und blühen kann! Nur so macht Ehe Freude!

    ·
  • Ein wesentlicher Pflegefaktor oder Stützpfeiler in der Ehebeziehung ist das Gespräch. Es gibt kein Verstehen, keine Verständigung, ohne Gespräch. Gespräch, das ist die Brücke, die den Zugang zueinander ermöglicht.
  • Gespräch, das ist das Fenster, durch das der andere mich entdecken und sehen, mich kennenlernen kann.
  • Gespräch, - das ist gegenseitiges Anteil geben und Anteil nehmen, Reden und Zuhören, aufeinander eingehen. .
  • Gespräch ist: in Beziehung treten. Wir bauen durch das Gespräch eine Brücke, die zwei Ufer miteinander verbindet. Über diese Verbindung können wir zueinanderfinden, uns verstehen.

In der Ehe reden ja nicht zwei Computerfachleute über Software, sondern zwei Menschen, zwei Liebende reden miteinander. Da ist Herz und Verstand gemeint, da ist Zuwendung und Zeit füreinander gefragt.
Warum fällt uns das immer wieder so schwer? Es hängt damit zusammen, dass es mancherlei Gesprächshindernisse gibt, z.B.:
  • Ich bin abends zu müde
  • Ich kann mich schlecht ausdrücken.
  • Ich setze mich nicht gerne mit Problemen auseinander.
  • Ich habe Angst, meine Meinung zu sagen, weil ich deine Reaktion darauf fürchte.
  • Ich empfinde, dass ich sowieso immer den Kürzeren ziehe und dir unterlegen bin.
  • Du hast meistens schon entschieden, wenn du etwas fragst.
  • Ich nehme Kritik sehr persönlich und reagiere empfindlich darauf.

Erinnern Sie sich noch daran, wie gerne und wieviel Sie miteinander geredet haben in der Phase des Kennenlernens, am Anfang Ihrer Beziehung? Diese Verliebtheitsphase kommt zwar nicht mehr zurück, das ist auch nicht nötig. Aber die Wiederbelebung des Ehegesprächs ist einiges an Anstrengung wert! Es lohnt sich!
Es braucht die innere Entscheidung: Ja, das will ich, das wollen wir beide! Und es braucht den Einsatz des Willens:

  • Ich will mich öffnen und erzählen.
  • Ich will mich dir zuwenden und zuhören.
  • Ich will mir die Zeit nehmen für dich, denn die Ehebeziehung hat den Vorrang.
An der Brücke zueinander muss man jeden Tag bauen, von beiden Seiten her!

Die verschiedenen Ebenen der Kommunikation.

Wir treten mit jedem Gespräch in Beziehung, aber nicht jedes Gespräch baut auf, nicht jedes Gespräch bringt Nähe und Verständigung mit sich.
Negative Gespräche, Nörgeleien, Kritik, unfaire Streitgespräche können zum Einsturz der Beziehungs-Brücke führen, den Beziehungstod bringen.
Wir möchten Sie hier bekanntmachen mit den 5 Ebenen der Kommunikation von John Powell:

  • Ebene 1: Das oberflächliche oder Klischee- Gespräch:
    Diese Art der Unterhaltung ist völlig ungefährlich. Wir verwenden darin Redewendungen wie "Wie geht es Ihnen?",- "Was macht Ihre Familie?" - "Schon lange nicht gesehen" - "Ihr Anzug gefällt mir". Solch einem Gespräch fehlt das persönliche Mitteilen. Jeder Sprecher verharrt dabei sicher hinter seiner Schutzwand. Man exponiert sich nicht dabei.
  • Ebene 2: Wir sagen Fakten und Tatsachen weiter:
    Bei diesem Gesprächsstil begnügen wir uns damit, Dinge zu erzählen, die wir von anderen gehört haben. Wir müssen dabei nicht unsere eigene Meinung einfliessen lassen. Wir berichten die Tatsachen sozusagen im Stil der Tagesschau. Wenn wir auch Tratsch oder kleine Begebenheiten zum besten geben, so legen wir uns dabei dennoch gefühlsmässig nicht fest.
  • Ebene 3: Wir sagen Meinungen weiter, unsere Vorstellungen und Beurteilungen.
    Hier setzt die eigentliche Kommunikation ein. Wir sind bereit, unseren persönlichen Bereich zu verlassen und einige unserer Überzeugungen und Entscheidungen preiszugeben. Trotz aller Offenheit sind wir jedoch auf der Hut, und beim ersten Anzeichen einer Ablehnung ziehen wir uns augenblicklich innerlich zurück.
  • Ebene 4: Wir sprechen von unseren Gefühlen.
    Auf dieser Stufe teilen wir die Gefühle mit, die wir in bezug auf Tatsachen, Vorstellungen und Urteile haben. Gefühle, die unterschwellig vorhanden sind, werden enthüllt. Wenn jemand sich einem anderen Menschen wirklich mitteilen will, muss er dahin kommen, seine Gefühle zu offenbaren.
  • Ebene 5: Wir pflegen eine aufrichtige Kommunikation aller Gefühle und persönlichen Belange.
    Alle tiefergehenden Beziehungen, insbesondere die Ehe, müssen sich auf vollkommene Offenheit und absolute Aufrichtigkeit gründen können. Das ist nicht immer leicht zu bewerkstelligen, weil ein Risiko damit verbunden ist - das Risiko, wegen seiner Aufrichtigkeit zurückgewiesen zu werden. Damit aber die Beziehung in einer Ehe fester wird, ist Offenheit unabdingbar. Bisweilen wird man diese Art der Kommunikation fertigbringen, aber dann wird es auch Zeiten geben, in denen die Verständigung hinter diesem Anspruch zurückbleibt.

Gefühle mitteilen ist im Ehegespräch besonders wichtig. Normalerweise ist das für Frauen weniger schwer. Frauen nehmen ihre Gefühle besser wahr, können sie direkter ausdrücken. Männer haben auch viele Gefühle, aber sie leben oft 'verkopfter', können die Gefühle nicht so gut spüren und definieren. Da braucht es Geduld und Verständnis füreinander.
Mein Gefühl ist mein inneres Leben. Es ist meine spontane innere Reaktion auf eine Person, eine Situation oder einen Ort. Das Gefühl ist das, was mich bewegt. In der Kommunikation müssen wir merken, ob wir Meinungen äussern oder ob wir Gefühle ausdrücken.

  • Meinungen drücken aus, was ich denke, wovon ich überzeugt bin, woran ich mich halte. Bei Meinungen setzt man sich in Diskussionen gegenüber. Aufgrund von Meinungen lösen wir Probleme und treffen wir Entscheidungen.
  • Wenn ich Gefühle ausspreche, erzähle ich von mir. Es sind meine Gefühle! Also spreche ich in der Ich-Form.
  • Ich übernehme die Verantwortung für meine Gefühle und überlasse dem Partner die Verantwortung für seine Gefühle. Oder besser: Ich bin für meine Gefühle verantwortlich, - und du für deine!
  • Im Austausch von Gefühlen schenke ich ein Stück von mir selber. Ein solcher Dialog eröffnet eine tiefe persönliche Begegnung.

Impuls für das Ehegespräch:

  • Erzählen Sie sich gegenseitig, auf welcher der verschiedenen Gesprächsstufen Sie sich sicher/ unsicher fühlen.
  • Fragen Sie Ihren Partner, wie er Ihr Kommunikationsverhalten beurteilt.
  • Fragen Sie Ihren Partner, wo und wie Sie ihm bei seinem Kommunikationsverhalten helfen oder entgegenkommen können!

Gefühlsgespräche - Konfliktgespräche

Gefühlsgespräche sind aber nicht nur romantische Liebesgespräche. Auch bei Konflikt- und Streitgesprächen in der Ehe ist das Aussprechen von Gefühlen von Wichtigkeit. Auch negative Gefühle dürfen ausgedrückt werden. Es gibt kein Zusammenleben, ohne dass man sich nicht auch übereinander aufregt, und aneinander schuldig wird. Es gibt Meinungsverschiedenheiten und Missverständnisse, Enttäuschungen und Frust.
Das sind Gefühle, die uns selber oder den Partner verletzen und zerstören können, wenn wir nicht richtig damit umgehen lernen.
Denken Sie daran: Wir tragen die Verantwortung für unsere Gefühle!
Die negativen Gefühle wie Ängste, Wut, Enttäuschung, Trauer ausdrücken zu lernen, ist oftmals noch schwieriger, als die positiven Gefühle von Liebe und Wertschätzung zu formulieren!
Darum nehmen wir unsere Konfliktgespräche einmal näher unter die Lupe!

Es gibt unfaire Methoden bei Konfliktgesprächen:

Gerade bei Meinungsverschiedenheiten und Auseinandersetzungen stehen wir in der Gefahr, zu sprachlichen und gefühlsmässigen Ausdrucksformen zu greifen, die wir im normalen Gespräch und Miteinander nie verwenden würden. Es sind Verhaltens- und Gesprächsmuster, die unfair und deshalb auch lieblos sind. Wir haben ein Repertoir davon, das wir aus frühester Kindheit her gesammelt und uns angeeignet haben. Wir verwenden dabei Methoden, die wir aus unserer Herkunftsfamilie mit in unsere Ehe gebracht haben.
Einige dieser unfairen Methoden möchten wir Ihnen im Folgenden kurz vorstellen. Wir unterscheiden dabei zwischen aktiv unfair und passiv unfair. Die aktiv unfairen Methoden sind ganz offensichtlich unfair. Bei den passiv unfairen Methoden ist das Unfaire etwas verdeckt oder kaschiert.

 
aktiv unfair passiv unfair
Übertreibung
Hier verwendet man gerne Ausdrücke wie ‚immer' und ‚nie'.("Nie würdest Du Deine schmutzigen Schuhe an der Haustür ausziehen!")
Aufschieben
Man wagt im Gespräch dem Partner kein "nein" zu sagen, obwohl es der eigenen Überzeugung entspräche. So verschiebt man es in die Zukunft.("Ich werde das tun....!") Aber wann?
Schreien, Schimpfen, Fluchen
Man versucht mit erhöhter Phonstärke und mit Kraftausdrücken den Argumenten des andern zu begegnen.
weinen, verletzt und beleidigt seinMan fühlt sich im Gespräch unterlegen, hat keine Argumente. Zieht sich beleidigt zurück oder weint.("Tränen sind Wasserkraft, Weichspüler")
Gegenklagen Auf Vorwürfe oder Vorhaltungen des Partners versucht man ihn zu ‚überbieten'.("Wenn ich erst aufzählen würde, was Du alles falsch machst...") Verbündete suchen
Man versucht den andern in eine Stellung der Minorität zu drängen.("die Kinder haben auch gesagt, dass Du...")
ironische + sarkastische Bemerkungen
Das ist ein Form des Redens, die den andern lächerlich macht oder mit beissenden Worten blossstellt.
Flucht in Krankheit
Man weicht der Auseinandersetzung im Gespräch aus und flüchtet in eine (vorgetäuschte) Krankheit.("Jetzt habe ich wieder meine Migräne")
Etiketten verteilen
Man ordnet den andern in ‚Schubladen' ein mit Worten wie: "typisch Frau.." oder "ganz wie Deine Mutter"
Schweigen, sich zurückziehen Man spürt, dass man in der Argumentation unterlegen ist und verlässt einfach den andern(Türe zuschlagen und weggehen)
Schlussredner oder Dauerredner
Man überfährt den andern durch anhaltendes Reden, oder muss immer letztes Wort haben.
Übernahme der Schuld
Man droht mit Selbstmord etc.("Am besten, ich gehe unter den Zug. Dann bist Du mich los!")

Impuls für das Ehegespräch: Überlegen Sie bitte einmal, wie das bei Ihnen ist. Tun Sie das jedes für sich - Mann und Frau - und sprechen Sie dann miteinander darüber. Die Fragestellung könnte lauten:

  • Welche Streitmuster wurden in meinem Elternhaus gebraucht?·
  • Welche benutze ich heute in meiner Ehe + Familie?
Unfaire Streitmuster benutzen wir manchmal auch, wenn wir uns dem Partner unterlegen fühlen, wenn wir uns verbal nicht so gut ausdrücken können wie der andere. Sobald die Angst da ist, sowieso nicht ernst genommen, sowieso falsch verstanden zu werden, flieht man vor dem fairen Gespräch.

Ein faires Konfliktgespräch führen heisst:

    ·
  • einander ernst und wichtig nehmen.
  • Gegenseitiger Respekt und Achtung.
  • Investieren in die Beziehung.
  • Nicht Recht haben wollen, sondern einen Schritt weiter wachsen im gemeinsamen Leben!

Eine alte Äbtissin sagte jeweils zu den Schwestern im Kloster: "Lasst uns einander die Ehre der Auseinandersetzung geben." Nicht bloss-stellen, entwürdigen, sondern würdigen!

Ein Konfliktgespräch fair führen heisst:
Jedes darf seine Sicht vertreten und dem Andern verständlich machen. Beide werden ernst genommen in ihrer Meinung und ihrem Gefühl. Dann suchen wir nach einer Lösung, die für beide möglich ist.

Regeln für ein faires Konfliktgespräch:

  1. Um Erlaubnis bitten.
    Der Partner, der eine Auseinandersetzung wünscht, bittet den andern um ein Konfliktgespräch (Streiterlaubnis!). Er fragt, ob der andere jetzt zu einer Auseinandersetzung bereit ist. Der Partner kann in dem Augenblick ablehnen, weil er sich vielleicht emotional überfordert fühlt. Er muss aber einen anderen Zeitpunkt nennen, wo er dazu bereit ist. Dieser Zeitpunkt sollte nicht Tage hinausgeschoben werden!
  2. Einigen und Festlegen auf ein Thema.
    Es wird nur ein einziger Konflikt ausgewählt. Das Problem wird anschaulich und konkret beschrieben.
  3. Argumente austauschen.
    · Der Betroffene trägt sein Anliegen vor und der andere hört zunächst still zu.
    · Alle Anliegen werden in der Ich-Form vorgetragen, (Ich leide daran, ich empfinde, mich stört...) nicht als Vorwurf, Schuldzuweisung oder destruktive Kritik.
    · Der zuhörende Partner meldet zurück, was er verstanden und gehört hat: "Ich habe verstanden, dass es Dich ärgert, wenn...".
    · Der Betroffene bestätigt oder korrigiert.
    · Erst dann soll der andere Partner seine Sichtweise darstellen.
    · Auch da muss der Partner ihn ausreden lassen und wiederholen. So geht das Gespräch in einer fairen Weise hin und her.
    · Es geht nicht darum herauszufinden, wer Schuld hat. Es geht auch nicht darum, dass es einen Sieger gibt. Das Gespräch war dann gut, wenn beide Sieger sind,- und ist dann schlecht, wenn es einen Verlierer gibt.
    · Bleiben Sie einander körperlich nahe, gehen Sie nicht weg, wenn es schwierig wird. Auch wenn es Tränen gibt, - führen Sie die Auseinandersetzung weiter, seien Sie einfühlsam und verständnisvoll.
  4. Verhandeln
    Die Partner erarbeiten zusammen eine für beide Seiten annehmbare Lösung. Eine Lösung kann aus einem Kompromiss bestehen, oder aus der Bitte um Vergebung, oder mit dem Einverstandensein für eine Veränderung, oder einem Versprechen etc.
    Es gibt nicht für jeden Konflikt eine Lösung. Viele Situationen muss man auch gemeinsam aushalten lernen. Die 'Lösung' besteht aus dem Ernst nehmen und Anerkennen, dass dies für einen der Partner oder für beide ein Problem ist, und dass wir das gemeinsam tragen wollen.
  5. 5.
  6. Abschlussritual
    Wenn der Konflikt gelöst ist, soll dies durch ein Abschlussritual ausgedrückt werden (z.B. Handschlag, Kuss, etwas zusammen essen oder trinken). Der Wunsch eines Partners nach Distanz muss respektiert werden.
Es wird immer wieder geschehen, dass wir einander durch Worte oder Taten verletzen. Aber wir können sagen:" Es tut mir leid. Ich habe dich verletzt und dafür bitte ich um Vergebung. Ich möchte es in Zukunft anders machen." Vergebung und Liebe sind bewusste Entscheidungen, die wir treffen! Die Liebe löscht die Vergangenheit zwar nicht aus, aber sie gestaltet die Zukunft neu!

Bei der ehelichen Kommunikation müssen wir bedenken:
Es gibt eine Frauensprache und eine Männersprache!

Frauen reden gerne über sich selber, über Persönliches, über das, was sie erleben und empfinden. Sie reden über Menschen und Beziehungen in ihrem Umfeld: die Kinder, Nachbarn, Verwandte. Es sind oft viele kleine Alltagsbanalitäten: z.B. wen sie im Bus getroffen haben, dass Müller's nebenan in Urlaub gefahren sind, wie es der Tante Emma geht, dass die Lehrerin von Patrik heute schon wieder so verweinte Augen hatte.
Details gehören dazu, weil Frauen oft gerade beim Erzählen die Erlebnisse verarbeiten und einordnen oder auch ihre Gefühle zeigen und ausdrücken können. Frauen denken laut nach und beziehen den Zuhörer in den Entwicklungsprozess ihrer Gedanken ein! Freie, offene Gespräche sind für Frauen ein wichtiges Mittel, um Nähe, Vertrautsein und Vertrauen, Verbundenheit und Freundschaft ausdrücken zu können.
Frauen verstehen sich wie in einem Netzwerk von zwischenmenschlichen Beziehungen. Sie versuchen mit dem Gespräch dieses Netzwerk zu verstärken und zu pflegen. Gespräche schützen vor der Isolation. Gespräche geben die Sicherheit des Dazugehörens. Frauensprache ist stärker eine Beziehungssprache, durch die man Nähe und Verbundenheit herstellen möchte.

Männer haben mehr eine Berichtssprache, die informiert und erklärt. Sie reden leichter über Aktivitäten, über fassbare, rational begreifbare Dinge wie Sport, Auto, Arbeit, Politik, Gemeinde. Sie berichten eher in grossen Zügen über das, was sie innerlich schon verarbeitet haben. Sie tun sich schwerer, über Persönliches, über Gefühle zu sprechen. Persönliches schafft Nähe, man zeigt damit auch seine Schwächen oder Ängste.
Männer möchten im Gespräch lieber sicher bleiben, ihren Platz behalten, d.h. ihre Unabhängigkeit bewahren. Wenn man zuviel von sich preisgibt, kann der andere eindringen, die Schwäche ausnutzen, ihn klein machen oder besiegen.
Männer formulieren ihre Antwort im Stillen vor, und erst dann drücken sie sie aus. Das kann aber einige Zeit dauern. - Frauen meinen dann oft, es sei für den Mann eine Hilfe, wenn sie ihm viele Fragen stellen und bohren. Aber das bedrängt den Mann, und er muss sich noch mehr verschanzen.
Männer bieten im Gespräch leichter Hilfe an, als dass sie um Hilfe bitten. Sie sind dort redegewandt, wo sie ihr Fachwissen einbringen können.

Viele Spannungen ergeben sich z.B. beim Essen, weil die Frau daran leidet, wenn ihr Mann nichts erzählt. Für Männer bedeutet aber das Heimkommen meist: Entspannung. Das Gespräch versteht er als Forderung nach Information: Sie will etwas von mir wissen, ich müsste sie informieren über das, was ich erlebt habe. - Das erzeugt Druck. Da verschliesst sich der Mann.
Für die Frau bedeutet das Gespräch Verbundenheit, Anteilnahme, Interesse haben aneinander. Im Gespräch erlebt sie die Nähe der Beziehung, das Angenommensein. Gespräch ist für sie der Kitt in den Beziehungen.

Für viele Männer bedeutet ein gemütliches Zuhause, frei zu sein von Druck, sich durch Gespräche beweisen zu müssen, Verhandlungen zu führen und sich zu behaupten. Sie sind endlich in der Situation, in der es nicht nötig ist zu reden, wo es genügt anwesend zu sein, und sich an der Anwesenheit ihrer Frau und den Kindern freuen.
Für Frauen ist aber das Zuhause sein der Ort, wo sie frei und offen über alles reden können, was sie bewegt. Hier sind die Menschen, die ihr am nächsten sind. Darum möchte sie austauschen, sich anvertrauen, ihrem Mann durchs Gespräch nahe sein.

Diese Durchschnitts-Unterschiede im Kommunikationsverhalten von Mann und Frau sind wie Schlüssel, die uns zum gegenseitigen Verständnis helfen. Wenn ein Mann weiss, dass es normal ist für eine Frau, durchs Gespräch Nähe herzustellen, dass sie ihre Liebe ausdrückt durch ihre Fürsorge ("Hast Du ein Taschentuch eingesteckt?" - "Vergiss bitte nicht, dass Du um 17 Uhr zum Arzt musst") fühlt er sich nicht angegriffen und schuldig, wenn sie ihm etwas erzählen will und auch von ihm Anteilnahme erwartet.
Er weiss dann, dass es zum Wesen einer Frau gehört und er kann sich auf die Bedürfnisse seiner Frau einstellen.

Wenn eine Frau weiss, dass es normal ist für einen Mann, dass er nicht einfach so leicht von seinem inneren Ergehen und Fühlen spricht, sich zurückziehen muss, um sich seine Gedanken machen zu können, dass das Zeitung lesen seine Art von Zugehörigkeit zur Welt ist, - dann fühlt sie sich nicht abgelehnt von ihm und sie kann sich auf seine Bedürfnisse einstellen.
Impuls für das Ehegespräch:

  • Welches typische geschlechtsspezifische Gesprächsverhalten gefällt Ihnen besonders bei Ihrem Partner?
  • Welches ärgert oder reizt Sie? Können Sie das vorwurfsfrei formulieren?
  • Entdeckten Sie aneinander ‚Schwachstellen' in der Art Ihrer Kommunikation? Welche? Wollen Sie sie beseitigen? Wie? Kann Ihr Partner Ihnen dabei helfen?

Die Sprache der Liebe
Als Literaturhinweis für die folgenden Ausführungen: Gary Chapman, "Die fünf Sprachen der Liebe", Francke Ratgeber)

Liebe und Zuneigung sind Grundbedürfnisse jedes Menschen von Kindesbeinen an bis ins hohe Alter. Sie müssen gestillt werden, damit wir seelisch stabil und gesund werden und bleiben. Der amerikanische Kinderpsychiater Ross Campbell hat in seinem Buch "Kinder sind wie ein Spiegel" eine gute Illustration gebraucht: "Im Innern eines jeden Kindes befindet sich ein Tank für Gefühle, der mit Liebe gefüllt werden muss. Viele Verhaltensstörungen bei Kindern sind auf einen leeren Liebestank zurückzuführen."

Dieser volle oder leere Liebestank spielt auch in unseren Ehen eine wichtige Rolle. Wir sehnen uns danach, dass der Ehepartner uns diesen Tank auffüllt, uns diese Liebe und Zuneigung schenkt, weil wir merken, dass eine Ehe genauso wenig ohne Liebe leben kann, wie ein Auto nicht ohne Benzin fahren kann. Der Tank muss aufgefüllt werden!
Aber wie geschieht dies?
Jedes von uns stellt sich unter dem Wort "Liebe" etwas anderes vor. Wir sprechen da nicht die gleiche Liebessprache und verstehen deshalb auch nicht, wie wir einander den Liebestank auffüllen könnten.
So, wie wir alle unsere Muttersprache sprechen, und eine Fremdsprache geduldig erlernen müssen, geht es auch beim Kennenlernen und Üben der Liebessprache unseres Ehepartners. Wir können uns gegenseitig nur dann etwas geben, wenn wir wissen, was der andere braucht, welche Liebessprache er versteht.

Die 5 wichtigsten Liebessprachen heissen:

Lob und Anerkennung

Wer diese Liebessprache spricht, wird durch anerkennende, lobende Worte aufgebaut! Lob gibt Ermutigung und Bestätigung! Es sind die Alltagskomplimente, wo man einander Wertschätzung ausdrückt:

  • "Das hast Du gut gemacht!" -
  • "Ich schätze das so an Dir, dass Du Dir diese halbe Stunde Zeit nimmst für die Kinder!"
  • "Weisst Du eigentlich, dass Dir grün sehr gut steht?"
  • "Ich bin stolz auf Dich!"

Wichtig dabei ist auch der Tonfall, eine ehrliche Freundlichkeit, die dem entspricht, was wir sagen. Wichtig ist aber auch die Art und Weise, wie wir um etwas bitten. Statt Forderungen könnten wir doch eine höfliche Bitte formulieren! "Würdest Du bitte...?

Zweisamkeit

Das ist Zeit, die wir einander schenken. Wenn ein Mann sich eine halbe Stunde zu seiner Frau setzt, ihr zuhört und erzählt, schenkt er ihr 30 Minuten seines Lebens. Das sind immer einmalige, nie mehr wiederkehrende Momente, die sehr kostbar sind.
Mit gemeinsamen Unternehmungen schaffen wir uns gleichzeitig einen Schatz an gemeinsamen Erinnerungen, auf die wir später zurückgreifen können. "Weisst Du noch...?"

Geschenke, die von Herzen kommen

Es gibt Menschen, die die Liebe erst dann glauben und annehmen können, wenn sie ein Geschenk erhalten. Aber nicht irgendein Pflichtgeschenk, sondern etwas, von dem sie spüren, dass es mit Liebe und Einfühlungsvermögen extra für sie ausgesucht und bereitgemacht worden ist.
Dabei geht es bei diesen Geschenken nicht um den Wert. Es kann eine schöne Grusskarte sein, die wir schicken oder ein Feldblumenstrauss, den wir mitbringen. Wichtig ist für die Menschen, deren Liebessprache das Schenken und Beschenktwerden ist, dass man an sie gedacht, sich um sie bemüht hat. Sie können den Gegenstand in die Hand nehmen und die Liebe anschauen.
Auch die Anwesenheit in schwierigen Lebenssituationen ist ein Geschenk für den Ehepartner! Ich schenke mich selbst!

Hilfsbereitschaft

Das sind all die Gefälligkeiten und Dienstleistungen, die man aus Liebe für den andern tut. "Dienet einander aus Liebe", sagt uns der Galaterbrief (5,13). Das sollte in der Ehe selbstverständlich sein, ist es aber ganz und gar nicht.
Vielleicht versteht Ihre Frau diese Art von Liebe am besten? Dann wird sie der Liebe erst dann glauben, wenn Sie als Mann ihr tatkräftig beistehen und im Haushalt und Garten unter die Arme greifen.

Zärtlichkeiten

Zärtlichkeiten, Berührungen, Umarmungen sind für viele Menschen die Muttersprache der Liebe, die sie am besten verstehen. Berührungen mit den Händen, ein Kuss, Zeit zum Schmusen, Sexualität sind ein wichtiger Ausdruck der Liebe und Verbundenheit zwischen Mann und Frau.

Impuls für das Ehegespräch: Wie erkennt man seine eigene Liebessprache? Überlegen Sie:

  • Wie zeigen/schenken Sie Ihrem Partner Ihre Liebe? Man gibt dem anderen meist das, was man sich selbst wünscht! Ich zeige meine Liebe durch.....
  • ·
  • Was erbitten oder ersehnen Sie sich besonders häufig von Ihrem Partner? Ich wünsche mir, dass.....
  • Was kränkt Sie ganz besonders am Verhalten Ihres Partners? Das Gegenteil davon könnte auf Ihre Liebessprache hinweisen. Es kränkt mich, wenn er/sie......
  • Wie heisst meine Liebessprache?
  • Ich vermute, dass ich Nummer....... am besten verstehe und brauche, damit mein Liebestank aufgefüllt wird.
  • Wie heisst die Liebessprache meines Partners?
  • Ich vermute, dass mein Mann/meine Frau Nummer........ am besten versteht und braucht.

Das wäre geradezu ein kleiner Sprachkurs für Liebende

Ein Sprachkurs hängt mit Lernen und Üben zusammen, sonst bringt man's nicht über "yes" und "how are you" hinaus. Das Gelingen hängt dabei zusammen mit unserem Einsatz. Es kostet Anstrengung und man muss wollen.
In der Ehe, dieser intimsten Zweierschaft, macht man manchmal die erschreckende Erfahrung, dass man gar nicht kommunizieren will oder kann, dass man einfach blockiert ist.
Man hat sich innerlich zurückgezogen, weil man sich unverstanden fühlte, weil man abgewiesen wurde. Die Herzenstür ist zugegangen und wurde zugeschlossen mit Sätzen wie:

  • "Dem sage ich nichts mehr von meinem Innersten!" -
  • "Sie liebt die Kinder sowieso mehr als mich!" -
  • "Es hat keinen Sinn zu reden, sie versteht mich sowieso nicht!" -
  • "Es lohnt sich garnicht, ihm etwas von mir zu erzählen, weil es ihn nicht interessiert!"

Verletzungen, Vorwürfe, Ängste, Resignation halten die Herzenstüre geschlossen. Wenn es erst soweit ist, läuft die eheliche Kommunikation auf dem Informationsaustausch-Niveau.
Wir könnten seitenweise über Kommunikations-Methoden schreiben, - aber wenn das Herz streikt, versagen diese wunderbaren Theorien.

Das Hören und Reden in der Ehe hängt mit dem Herzen zusammen. Wie sagte der "Kleine Prinz" in der Geschichte von St. Exupéry: "Man sieht (hört/ redet) nur mit dem Herzen gut."
Die Entscheidung zur Liebe und Hingabe an den Partner ist eine Entscheidung des Herzens.
Ich entscheide mich, dich zu lieben, heisst: ich öffne mein Herz für dich. Ich schenke dir mein Herz. Ob ich das Herz dem andern schenke, - das wird sichtbar in der Art und Weise, wie ich mit ihm umgehe, auf ihn/sie eingehe. Mein Zuhören, Reden, dich Wahrnehmen, verrät meine Herzenshaltung.

Es ist erschreckend, wenn wir die Liebesunfähigkeit unseres eigenen Herzens entdecken. Es ist oft wirklich nicht weit her mit der inneren Goldgrube!
Da ist es so befreiend zu akzeptieren: Ja, mit meinen Liebesregungen und Zuneigungen komme ich immer wieder an die Grenze. Mein Herz ist unbeständig. Ich kann dich nicht so lieben, wie du es bräuchtest.

Da bleibt uns nur die Bitte an Gott: Komm mir mit deiner Liebe zu Hilfe! Berühre mein verletztes Herz und heile mich. Fülle mein Herz mit göttlicher Liebe, - denn (Röm.5,5):"Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unser Herz durch den Heiligen Geist, welcher uns gegeben ist."

Unsere Liebe zueinander gründet auf dem Fundament der Liebe Gottes. Als ein von Gott geliebter Mann können Sie Ihre Frau lieben, ihr dienen, mit ihr im Dialog leben, - als eine von Gott geliebte Frau können Sie Ihren Mann lieben, ihm dienen und mit ihm im Dialog leben, - damit Ihre Ehebeziehung wachsen und blühen kann!

Autoren: Dieter und Vreni Theobald

 

 

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