| LEIDEN AN DER PORNOGRAFIE
Wut auf die perversen Bilder
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Es war mehr als Betroffenheit, als ich nach und nach in meiner
fünfjährigen Ehe erfahren musste, dass mein Mann Befriedigung
in obszönen Bildern sucht. Ich fing an, an mir selbst zu zweifeln
und erlebte starke Minderwertigkeitsgefühle. Habe ich ihm als
Frau zu wenig zu bieten? Bin ich ihm ungenügend? Ich fühle
mich ausgenutzt, allein gelassen und verletzt. Als ich dann noch
erfuhr, dass er auch zu Hause (wo ich mich genauso geborgen fühlen
will wie er) surfen geht, war ich noch mehr verletzt.
Ich kann mit meiner Figur einfach nicht mit diesen «Traumfrauen»
mithalten. Mehr und mehr spürte ich, wie diese Bilder das Verlangen
meines Mannes in unserem Sexualleben beeinflussten. Zeitweise packt
mich die Wut aufs Internet und auf Frauen, die sich auf solch perverse
Art zeigen. Oft komme ich wegen dieser
Geschichten und auch generell wegen unserer Unterschiedlichkeit
in unserer Ehe an einen Punkt, wo ich mich seelisch und körperlich
ausgelaugt fühle. Ich sehe einfach keine Hoffnung auf Veränderung,
und ich möchte nicht mehr. Einmal wusste ich mir nicht mehr
zu helfen, so dass ich für einige Tage ausgezogen bin.
Ich komme mir vor wie bei einem (Alkohol-)Süchtigen. Es ist
ein ständiges Auf und Ab, ein Kreislauf, wo man(n)/frau ohne
fremde Hilfe nicht herauskommt. Weiter wird mir immer klarer, wie
wichtig eine gesunde Sexualerziehung, eine gute Vaterbeziehung sowie
der richtige Umgang mit Medien in der Kindheit ist.
Ich möchte kein frommes Deckmäntelchen über die
Geschichte hängen. Aber dennoch: Es ist für mich ein Geschenk,
wie ich gerade dann die Nähe Gottes und die Geborgenheit meines
himmlischen Vaters erfahren kann. Das Buch «Nimm sein Bild
in dein Herz» von Henry Nouwen hat mir sehr geholfen.
Verkäuferin, 31, aus Süddeutschland
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