| Es
geht auch ohne
Von Markus Mosimann, Prediger der Chrischona-Gemeinde Arbon
Vor einigen Jahren hat unser Hausbesitzer beschlossen, die Wohnung
am Kabelnetz anzuschliessen. Diese Grosszügigkeit, die uns
als Wohnungsmieter mindestens 20.- Franken im Monat kostet, ist
lobenswert. Nun sind wir also auch an die grosse Fernsehwelt angeschlossen.
Es gibt doch nichts schöneres, als sich nach einem anstrengenden
Tag in das Sofa sinken zu lassen, so nach dem Motto: Abschalten
und das Fernsehgerät einschalten.
Ich zappe mich durch die grosse Auswahl von Kanälen ohne genau
zu wissen, wo ich eigentlich landen will.
Zur vorgerückter Stunde bleiben meine Blicke hängen an
Bettszenen, an textillosen Frauenkörpern. Zum Glück sieht
niemand, dass ich noch ein wenig länger hinschaue und nicht
sofort den Sender wechsle. Eigentlich will ich dies doch gar nicht
anschauen und trotzdem fasziniert es mich.
Am nächsten Morgen will ich meine Bibel lesen. Aber was ist
das, irgendwie gehen mir die Bilder vom gestrigen Film nicht aus
dem Kopf. Nicht die Aussagen der Bibel, sondern diese erotischen
Bilder vom Fernsehen, haben in meinem Kopf ihre Spuren hinterlassen.
Wieder einmal treffe ich mit mir eine Abmachung, nie mehr erotische
Szenen im Fernsehen anzuschauen. Beim nächsten Mal schaffe
ich es bestimmt, bei solchen Szenen sofort um- oder abzuschalten.
Doch wieder musste ich auf der Versagerliste einige Punkte verbuchen.
Szenenwechsel
Ich erteile dem Kabelnetzbetreiber den Auftrag, unsere Wohnung
vom Kabelanschluss abzuhängen. Seit über drei Jahren ermöglicht
uns eine Estrichantenne gerade noch den Empfang von 5 Programmen,
die zwar von der Empfangsqualität her nicht gerade gut sind.
Doch was solls, dafür hat mein geistliches Empfangsvermögen
wieder an Qualität gewonnen. Dies ist es nämlich, was
ich mit von Herzen wünsche. In einem Versprechen des Männerforums
heisst es: Ich lebe in geistlicher, moralischer und sexueller
Lauterkeit und Reinheit. Dem will ich nachleben. Der disziplinierte
Fernsehkonsum und der Heilige Geist hilft mir dabei.
Die eingesparten Kabelnetzgebühren machen es nun möglich,
einen sehenswürdigen Video für Mami und Papi oder die
Kinder zu kaufen. Zusätzlich bleibt viel Zeit, dass ein gemeinsames
Spiel nicht zu kurz kommt.
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