| Abgespeichert auf
der Herzensfestplatte
Von Markus Mosimann, Prediger der Chrischonagemeinde Arbon.
|
 |
Vor einiger Zeit hat mir ein Gemeindeleiter folgende Begebenheit
erzählt: Ein Gemeindeglied hatte sich entschieden, seinen
älteren, aber noch voll funktionstüchtigen Computer durch
einen moderneren zu ersetzen. Er schenkte mir das alte Gerät,
und beim Löschen von einigen Programmen von der Festplatte
stiess ich auf einen Ordner mit dem Namen Temporary Internet Files.
In diesem Ordner wurden die im Internet aufgerufenen Seiten gespeichert.
Bei der Durchsicht dieser Dateien bemerkte ich eine Menge Informationen,
die auf erotische und pornografische Seiten hinwiesen.
Peinlich? Den Computer verschenkt, ohne diese Dateien vorher zu
löschen! Peinlich! Jetzt wusste der Gemeindeleiter, dass der
Computer nicht nur zum Briefe schreiben benutzt wurde.
Welche Informationen sind wohl in den Temporary Internet Files
meines Computers abgespeichert? Zum Glück
weiss ich, wie man solche Daten wieder entfernt! Mein Computer hat
eine reine "Festplatte!!! Aber wie ist es mit
den gespeicherten Gedanken und Bilder auf meiner "Herzensfestplatte?
Wir Männer haben schon lange gemerkt, dass das Löschen
von erotischen und pornografischen Bildern und Gedanken gar nicht
so einfach ist.
Wie schnell denken wir, dass ein aufreizendes Bild, ein Erotikfilm,
ein Besuch im Sexshop doch nicht schadet. Auf einen kleinen Flirt
kommt es doch nicht an. Doch es sind Daten, die in unseren Gedanken
abgespeichert werden. Es sind keine temporären Dateien, die
wir nach Belieben wieder aus unserem Herzen löschen können.
Nicht selten werden sie lebensbestimmend.

Wir Männer können uns dem Einfluss der sexuellen Reizüberflutung
nicht entziehen. Während früher ein Mann durch die ganze
Stadt fahren musste, um eine Oben-ohne-Bar zu finden, wird ihm das
heute bequem in seinen eigenen vier Wänden geboten. Eine Umfrage
anlässlich des Chrischona-Männertages im Januar 2001 machte
deutlich, dass auch wir christliche Männer der Versuchung oft
nicht wiederstehen können.
Ein Seelsorgehelfer des Männertages, der von der Not unter
den Männern tief betroffen war, teilte mir mit: Wir
Christen wollen teilweise noch immer nicht wahrhaben, was für
Belastungen und Nöte in Sachen Sexualität auch in unseren
Gemeinden vorhanden sind!"
Ein Männertagbesucher schrieb: Auch ich habe schon mit
Herum-Zappen in der Nacht zu tun gehabt. Dabei habe ich immer gewusst,
dass es mir eigentlich nicht gut tut, dass es meine Seele befleckt
und damit kein Wachstum im Glauben mehr möglich ist. Nur wenn
ich mit Jesu Hilfe solches unterlasse, nur wenn ich nach Seinem
Willen für mein Leben frage, nur dann kann ich weiterwachsen
und mich entwickeln. Das ist mein grosser Wunsch.
Ein anderer Mann hat seit drei Jahren seine Wohnung vom Kabelanschluss
abgehängt. Er hat nun nur noch fünf Programme mit mässiger
Empfangsqualität. Doch was soll's, dafür hat sein geistliches
Empfangsvermögen wieder an Qualität gewonnen. Dies ist
es nämlich, was er sich von Herzen wünsche.
Es gibt Hoffnung. Es gibt Hilfe! Wir Männer geben uns nicht
einfach damit ab, Opfer einer sexualisierten Gesellschaft zu sein.
In einem Versprechen des Männerforums
heisst es: Ich lebe in geistlicher, moralischer und sexueller
Reinheit. Männer, lasst uns dem nachleben! Ein disziplinierter
Umgang mit den Medien und der Heilige Geist helfen uns dabei!
|