| Ist
nur die harte Pornographie gefährlich?
Ein Buchauszug
David Alexander Scott hat eine Vielzahl von psychologischen Studien
zusammengestellt, die zeigen, dass gerade die "harmlose"
Pornographie die Schranken zu Vergewaltigung und Kindesmissbrauch
aufweicht.
Dass Nacktdarstellungen in "normalen Zeitschriften" in
der Werbung, in FKK-Werbung und an anderer Stelle ebenfalls gefährliche
Konsequenzen haben, soll in den folgenden Abschnitten gezeigt werden.
Namentlich Neil M. Malamuth hat gezeigt, dass gerade auch die Massenmedien
die Hemmschwelle gegenüber Sexualverbrechen herabsetzen und
den Vergewaltigungsmythos fördern. Eine Leserbriefschreiberin
in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung schreibt deswegen:
Wie Hunger und Durst ganz gewiss nicht kleiner werden, wenn man
im Fernsehen appetitlich verlockend hergerichtete Speisen und raffiniert
gemachte Getränkewerbung sieht mit lustvoll trinkenden Menschen
und perlenden Getränken, sondern größer, so wird
der Sexualtrieb durch Sexfilme in aller Regel nicht reduziert und
abgebaut, sondern er wird stimuliert und drängt erst recht
und noch stärker als vorher nach realer Befriedigung. Sollte
sich ergeben, dass der Massenkonsum von Pornographie tatsächlich
die Zahl der Kinderschändungen steigen lässt, dann ist
die Frage zu erörtern, ob die "Erotikspezialistinnen"
und -spezialisten der "Unterhaltungsbranche" (Finkenzeller)
ihr übles Handwerk weiterhin uneingeschränkt ausüben
dürfen.
Alle, die argumentieren, dass die Wirkung von Nacktdarstellungen
nicht wissenschaftlich zu belegen seien, kennen nicht nur die einschlägigen
Untersuchungen nicht, sondern übersehen auch, dass eine solche
Argumentation durch die Existenz der Pornowerbung ad absurdum geführt
wird. Wenn Pornographie so wirkungslos ist, warum wird sie dann
von der Werbung eingesetzt? Und warum macht die Pornoindustrie selbst
dann soviel Werbung mit pornographischen Bildern?
Der Psychologieprofessor Victor B. Cline sagt zu Recht, dass die
Werbeindustrie nicht Milliarden investieren würde, wenn Bilder
nicht unser Verhalten beeinflussen würden. Warum soll das aber
gerade nicht für pornographische Abbildungen gelten? Und warum
soll man dann nicht fragen dürfen, welche Konsequenzen solche
Bilder haben?
(copyright Chr.Meves Ausverkaufte Würde S71-72)
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