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Die Pornografie und die Bibel
Göttliche Sehhilfen für
die Sexualität
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«Das Auge gibt dem Körper Licht. Wenn dein Auge gesund
(zielgerichtet, eindeutig, einfältig) ist, dann wird dein ganzer
Körper hell sein. Wenn aber dein Auge krank (zweideutig, gespalten)
ist, dann wird dein ganzer Körper finster sein.» (Matthäus
6,2223a)
Was wir sehen und wie wir sehen entscheidet über unser Leben.
Wer beim Autofahren zugleich die Strasse vor sich und die herrliche
Landschaft im Auge behalten will, kommt leicht ins Schleudern. Wer
gleichzeitig auf den Herrn und pornografische Darstellungen sehen
will, gerät unbemerkt von der Lebensbahn. Die Augen üben
einen bestimmenden Einfluss auf unser Mann- und Frausein aus.
Das Schöne ansehen
«Wie schön sind deine Füsse in den Sandalen, du
Fürstentochter! Die Rundungen deiner Hüften sind wie ein
Halsgeschmeide, ein Werk aus Künstlerhand. Deine Brüste
sind wie junge Zwillinge einer Gazelle.»
«Mein Liebster ist schön
und kräftig... Sein Gesicht schimmert wie Gold, sein Haar ist
rabenschwarz, seine Locken erinnern an die Blütenrispen einer
Dattelpalme. Seine Lippen leuchten wie rote Lilien, ...seine Beine
sind Alabastersäulen...» (aus Hohelied 7,24;
5,1016 Hoffnung für alle).
Was geht in Ihnen vor beim Lesen dieser Zeilen? Bilder entstehen
vor Ihren inneren Augen. Gott hat uns Menschen die Fähigkeit
zum inneren (Fantasie) und äusseren Sehen geschenkt. Eine tolle
Gabe! Die Pornoindustrie missbraucht diese Veranlagung. Dabei finden
wir in der Bibel keine Spur von Leib- oder Sexfeindlichkeit. Der
göttliche Künstler selber sah Mann und Frau an und siehe,
sie waren schön. Der weibliche und männliche Körper
ist wirklich formvollendet, anziehend und (an)sehenswert. Eine angenommene
und Gott verdankte Sexualität verbreitet Lebendigkeit. Eine
abgelehnte oder gar verteufelte Geschlechtlichkeit kommt durch die
Hintertüre der Perversionen herein. Für den geschützten
Raum der Ehe aber gilt:
«Freue dich doch an deiner eigenen
Frau. Bewundere ihre Schönheit und Anmut. Berausche dich immer
wieder an ihren Brüsten und an der Liebe, die sie dir schenkt!»
(Sprüche 5,15.19)
Zweideutiges Sehen klären
- Besitzergreifendes oder achtendes Sehen? Jesus verwirft nicht
das Ansehen der Frau, sondern das gedankliche in Besitz nehmen,
das sie zum Sexualobjekt degradiert (Matthäus 5,28). Pharisäische
und gesetzliche Moral sieht in der Frau nur das Geschlechtswesen,
das den Mann zur Sünde verführt. Frauen meiden, heisst
dann die Devise. Jesus selber aber hat den Frauen viel Ansehen
geschenkt und sie als dem Mann ebenbürtiges Geschöpf
betrachtet.
- Genitalien oder ganze Menschen? «Die in der Pornografie
dargestellte Sexualität hat kein menschliches Gesicht»
(W. Tillhaas). Im Vordergrund stehen die Sexualorgane und Sexualhandlungen.
Menschliche Sexualität wird zu Konsumware. Gott aber will
mich durch meine Sexualität daran erinnern, dass ich in der
Beziehungsfähigkeit reifen soll.
- Egotrip oder Nächstenliebe? Der Geist der modernen Pornografie
verkörpert einen hemmungslosen Egoismus. Sie verherrlicht
das Ich, seine Bedürfnisse und Genüsse. Sie bedeutet
eine totale Missachtung des Gegenübers.
- Realität oder Scheinwelt? Die Welt der Pornografie ist
eine Scheinwelt, die mich im Alltag noch unzufriedener macht.
Männer erscheinen als unermüdliche, potenzstrotzende
Helden, Frauen als allzeit bereite Lustmaschinen. Gott will, dass
wir im Hier und Jetzt, in wirklichen Beziehungen leben.
- Leistung oder Gnade? Oft konzentriert sich das Interesse auf
die Zahl der ausgeführten Geschlechtsakte, die Vielfalt der
praktikablen Stellungen, die Dauer der Orgasmen, die Grösse
der Brüste und des Penis. Eine solche Orientierung entspricht
unserem Leistungs- und Konkurrenzdenken und widerspricht dem Geist
der Gnade.
- Gott oder Götter? Christus oder mein Sexidol? Was bringt
mich in Fahrt? Die Freundschaft mit Christus oder die geheimen
Stunden im Internet, vor dem Fernseher mit pornografischen Kicks?
Niemand kann zwei Herren dienen!
Wie steht es um meine Augen? Sind sie vielleicht kranker, als mir
lieb ist? Bleibe ich kleben an Bildern von brutaler Sexualität,
schamloser Ausbeutung oder subtiler Verführung? Was ich dauernd
betrachte, beherrscht mich. An dieser Stelle wird sichtbar, wie
erlösungsbedürftig wir sind. Gute Vorsätze reichen
nicht aus. Gott sei Dank bietet die Bibel mehr als moralische Appelle.
Sie setzt tiefer an, bei unserer Identität als Christen.
Sehen lernen als Angesehene
Gottes
«Weil ihr Gottes geliebte Kinder seid, sollt ihr in allem
seinem Vorbild folgen. Geht liebevoll miteinander um, so wie auch
Christus euch seine Liebe erwiesen hat. Aus Liebe hat er sein Leben
für uns gegeben. Und Gott hat dieses Opfer angenommen. Ist
es da nicht selbstverständlich, dass ihr euch von allen Ausschweifungen
(porneia) fernhaltet, von Schamlosigkeiten ebenso wie von Habgier?»
(Epheser 5,13, Hoffnung für alle)
Gott als meinen Vater sehen. Mich als geliebte Tochter und geliebten
Sohn betrachten und erfahren. In der Sexualität lebt die tiefe
Sehnsucht nach Annahme und Liebe. Auch in ihren problematischen
Formen schreit es oft: Nimm mich an, bestätige mich! Der himmlische
Vater selber will mich an sein Herz drücken. Beziehung sättigt.
Kann ich mich so auf Christus einlassen? Mich von ihm lieben und
befreien lassen? Im neuen Stand vor Gott kann ich stehen gegen eine
aushöhlende, beziehungslose Sexualität. Als Begnadigter
bringe ich mein Scheitern vor ihn. Als Bestätigte wage ich
mich in wirkliche Beziehungen hinein.
Liebevoll ansehen...
- Ich wage ein echtes Kompliment einer Frau gegenüber: «Diese
Bluse steht dir ausgezeichnet.»
- Ich danke Gott für einen attraktiven Mann, der mir unterwegs
begegnet: «Danke, Herr, dass ich spüre, dass ich Frau
bin. Ich sage stop, wenn ich gedanklich mit ihm ins Bett will.»
- Ich sage meinem Ehepartner, dass er oder sie mir gefällt.
...entschieden wegsehen
- Ich gehe einen Konflikt mit meiner Frau oder Freundin an, statt
mir im Internet ein sexuelles «Trösterli» zu
gönnen.
- Ich halte meinen Frust über eine misslungene Prüfung
Christus hin und rede mit einem Freund darüber.
- Ich verzichte auf eine Ersatzbefriedigung via Pornovideo.
- Ich schreibe meine sexuellen, von der Pornografie gefütterten
Idealbilder auf. Ich löse mich von diesen Götzenbildern
im Namen Jesu Christi. Jesus ist mein Herr.
Als praktische Hilfestellung empfehle ich aus eigener Erfahrung
eine verbindliche Zweierschaft von Mann zu Mann oder Frau zu Frau.
In einer solchen Beziehung lege ich Rechenschaft ab über meine
sexuellen Fantasien und Gefährdungen. Die gegenseitige Fürbitte
schützt und ermutigt.
CHRISTOPH EHRAT,
Leiter der Beratungsstelle in Uster
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