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Die Pornographisierung der Gesellschaft: Wenn die letzten Hemmschwellen fallen

Per Mausklick nach Sodom

Porno ist überall: Immer rasanter breitet sich an allen Ecken und Enden in unserer Gesellschaft ein Phänomen aus, das bis vor 33 Jahren noch einer illegalen Halbwelt vorbehalten war: Pornographie. Fast permanent werden wir in der Öffentlichkeit mit pornographischen Darstellungen konfrontiert. Der Zukunftsforscher Matthias Horx spricht von einer "Pornographisierung der Gesellschaft" und prophezeit eine Explosion des Pornokonsums per Internet.

Dr. Markus Spieker (MDR-Redakteur)


Heftig boomt die Erotik auch auf dem Videomarkt. Alleine in diesem Jahr erscheinen über 6.000 neue Porno-Produktionen. Die Aktien der Beate Uhse AG an der Börse zählen zu den bestnotierten Wertpapieren. Weltweit werden die Einnahmen der Pornobranche auf 50 Milliarden Euro geschätzt. In der Literaturszene heißen die neuen Spitzenverdiener Catherine Millet und Michel Houellebecq. In ihren Büchern "Das sexuelle Leben der Catherine M." und "Plattform" geht es vorwiegend um zweierlei: endlose Gruppensexorgien und zahllose Kopulationsvarianten. Pornos für Intellektuelle zeigt selbst der deutsch-französische Kultursender "Arte", zuletzt den französischen Skandalfilm "Romance X". Erstmals in der Geschichte des öffentlich-rechtlichen Fernsehens flimmerten hier unsimulierte Geschlechtsakte über den Bildschirm.

Dem Blößenwahn verfallen

Deutschland und in weiten Bereichen auch die Schweiz und Österreich sind dem Blößenwahn verfallen. Der "Stern", vormals Wegbereiter der medialen Freikörperkultur, klagt über die "Tyrannei der Nacktheit". Und im ZDF-Nachtstudio diskutieren Zeitgeist-Experten über die "Pornographisierung der Gesellschaft". Wahrscheinlich musste es so kommen. Denn auch vor Moralfragen macht das kapitalistische Gesetz der "kreativen Zerstörung" nicht halt. Der Unterleib wird als gigantisches Bedürfniszentrum erschlossen. In den siebziger Jahren liefen die ersten Sexfilme an, in denen "alles" gezeigt wurde - damals noch in schmuddeligen Rotlichtkinos. Den nächsten Popularisierungsschub brachte Anfang der achtziger Jahre die Erfindung des Videorekorders. Bei Herstellungskosten von ein paar tausend Mark sind die Gewinnspannen traumhaft.

200.000 Sex-Anbieter im Internet

Noch bleibt freilich eine letzte Hemmschwelle. Nicht jeder brave Bürger möchte dabei beobachtet werden, wie er sich in das "Nur-für-Erwachsene"-Séparée einer Videothek schleicht. Den Weg kann er sich allerdings sparen, wenn es demnächst "Videos auf Bestellung" gibt. Denn in spätestens acht Jahren ist die Medienlandschaft voll digitalisiert und jedes Fernsehgerät mit riesigen Filmbibliotheken vernetzt. Das heißt: Jede Menge Schweinskram kann jederzeit per Fernbedienung abgerufen werden. Einen Vorgeschmack darauf gibt jetzt bereits das Internet. Dort lauern 200.000 kommerzielle Sex-Anbieter auf lüsterne Kundschaft. Sie erzielen rund 70 Prozent der gesamten Internet-Verkaufserlöse.

Pornographie macht süchtig

Denn Pornographie macht süchtig. Nicht nur die unsittlichen Webseiten vermehren sich, sondern auch die Selbsthilfegruppen für Abhängige. Ehen gehen kaputt, weil Frauen nicht dem Porno-Ideal der unersättlichen Sexsklavin entsprechen wollen. Auch viele Christen stecken knietief im Morast. Das beweisen Umfragen aus den USA. Beinahe jeder zweite Mann mit Internet-Zugang nutzt wenigstens einmal im Jahr ein Porno-Angebot: Nichtchristen genauso wie Christen und sogar Pastoren.

Kirchen und Christen schweigen

Immerhin gibt es für den Selbstschutz Filterprogramme, die automatisch den Zugang zu einschlägigen Webseiten sperren. Was in Deutschland fehlt, ist eine breite Zensurdebatte. Es gilt als "uncool", sich über den sexistischen Müll aufzuregen. Offenbar wirkt hier die langjährige "Aufklärungsarbeit" der privaten Medien. Dabei gibt es genug Anlass zum Protest, auch im frei empfangbaren Fernsehen. "Die Beischlafszenen, die heute zur allerbesten Sendezeit über die Bildschirme flimmern," wunderte sich unlängst "Die Welt", "hätten noch vor einer Generation ganze Heerscharen christlicher Sittenwächter und freiwilliger Selbstzensoren mobilisiert." Die heben vielleicht entrüstet die Augenbrauen oder ziehen angewidert eine Schnute. Aber bleiben stumm. Die evangelische Kirche ist, wenn es nicht gerade um Jugendschutz geht, auf Tauchstation. Und evangelikale Christen, die zaubernde Kinderbuchfiguren am liebsten mit einem Bannfluch belegen würden, nehmen das elektronische Sündenbabel mit einem resignierten Achselzucken zur Kenntnis.

Noch ein Dammbruch

Während die Schweiz die repressivste Pornographiegesetzgebung Europas hat - u. a. werden Eigentümer harter Pornographie seit 1998 in der Bundesdatenbank "Falschgeld, Menschenhandel, Pornographie" registriert -, stehen wir in Deutschland kurz vor dem nächsten Dammbruch. Noch ist harte Pornographie im Fernsehen verboten. Geschlechtsorgane dürfen nicht in Großaufnahme und schon gar nicht in voller Aktion gezeigt werden. Der Geschäftsführer von Beate Uhse-TV, das im Digital-Angebot von Premiere World läuft, jammert: "Wir müssen uns von unseren Zuschauern ständig fragen lassen, warum wir so ein Kindergartenprogramm zeigen." Der Druck auf die Landesmedienanstalten wächst. Vollendete "nackte" Tatsachen geschaffen hat bereits der Kabelnetzbetreiber Primacom, der in Sachsen rund 100.000 Haushalte versorgt - unter anderem mit expliziten Sexfilmen zur nächtlichen Stunde. Um zu verhindern, dass auch noch andernorts diese letzte Schranke fällt, müssen Christen endlich mobil machen: bei Medienmachern und Medienwächtern, auch per Leserbrief, aber auch bei Bundestagsabgeordneten und bei denen, die es gerne werden wollen. Wer sagt schließlich, dass im Wahljahr nur über Wirtschaftsfragen abgestimmt werden darf?

 

 

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