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Sexualität ist ein Duett zwischen zwei sich Liebenden
Wenn
Ihnen Ihre Freundin wieder einmal von der sensationellen Potenz ihres
Mannes berichtet hat und Sie frustriert Ihr karges uninteressantes Sexleben
damit vergleichen, dann begehen Sie einen Riesenfehler!
Einige Tipps, wie Sie Ihr Sexleben wieder ins Lot bringen.
Sexualität ist nicht nur eine Sache, schon gar keine Turnübung und auch
kein Thema, mit dem man sich Lorbeeren einheimsen will. Sex ist eine wunderbare
Vereinigung zwischen zwei sich liebenden Menschen, die sich der Leidenschaft
und dem Verlangen hingeben, ganz eins zu werden. Doch was tun, wenn nach
zehn oder fünfzehn Ehejahren der Bettsegen schief hängt?
Der Paartherapeut Klaus Heer bringt es in der Zeitschrift "wir eltern"
auf den Punkt: "Sex ist kein Geschäft, das man zwischen den Beinen
tätigen muss. Kopf und Herz möchten unbedingt auch mitreden! Wann immer
wir mit anderen Menschen zusammen sind, reden wir doch auch mit ihnen,
am liebsten, wenn wir sie lieb haben. Ziemlich merkwürdig also, dass wir
verstummen, wenn wir uns ganz nahe kommen..."
Wichtige Grundlage einer sexuellen Beziehung ist immer die prickelnde
Erotik zwischen zwei Partnern. Doch wie verschafft man sich die? Erotik
beginnt mit dem natürlichen Respekt voreinander. Erotisierende Momente
schwelen aus dem natürlichen Interesse für den Partner. Wo jemand Geheimnisse
hat, die persönlichen Bereiche pflegt, sich auch mal einfach zurückzieht
und rar macht, sind die Chancen gross, dass das Interesse des Partners
auch mal wieder neu geweckt wird.
Wer ständig an seinem Gegenüber hängt, keine eigenen Freunde oder auch
Hobbys hat und alle Entscheidungen immer seinem Partner überlässt, wirkt
zwangsläufig irgendwann uninteressant. Denn erotisches Feuer entsteht
da, wo Gegensätze aufeinandertreffen, das heisst, unterschiedliche Meinungen
zu Diskussionen führen, die verschiedenen Berufe oder Interessen der Partner
zum Thema werden, oder auch mal ein Streit direkt ausgetragen wird. So
wächst der Respekt für den Partner und macht ihn begehrenswert.
Erotik im Alltag
Die Erotik sollte man sich aber nicht nur fürs Bett aufsparen. Sie kann
jeden Tag auf unscheinbare Weise in einer Partnerschaft eine Rolle spielen.
Aber so einfach ist es nicht! 1. Gebot: Den Partner nicht einfach im Alltag
vergessen. Hier ein paar Tipps, wie Sie die Erotik neu aufflammen lassen
können.
Sich bewusst für den Partner Zeit nehmen, ist keine Geheimtipp mehr. Natürlich
fördert stundenlanges Zeitunglesen das Allgemeinwissen, diskreditiert
aber gleichzeitig auch den Partner. Beim Frühstück kann man die Zeitung
ruhig mal aus der Hand legen und von seinen Träumen erzählen. Ein lockeres
Zwinkern ist immer lustig und wirbt für mehr Aufmerksamkeit. Über Po und
Haar fahren sind abwechslungsreiche Liebkosereien. Alles erlaubt, solange
der Partner mitmacht. So ein liebevolles, sanftes Streichen über den Busen
mag jede Frau entzücken, wenn es im Geheimen geschieht. Aber das Nein
des Partners soll immer akzeptiert sein. Der Fernseher ist ein Zeitfresser
und stiehlt einen gerne die Show. Also auch mal abschalten, den Partner
zu einem Glas Wein in den Garten einladen, bei Kerzenlicht gemütlich plaudern
oder einfach mal nichts sagen. Toll, wenn man auch Zeit hat, ein bisschen
etwas für sein Äusseres zu tun. Der Hausanzug oder die Trainerhose muss
ja nicht morgens und abends getragen werden. Auch mal rausschlüpfen und
sich fein machen für ihn oder sie, so, dass es auffällt. E-Mail muss nicht
immer nur geschäftlich sein... Ein erotischer Liebesgruss kann auch mal
an den Partner verschickt werden, vielleicht sogar verschlüsselt.
Auf einfache Art kann eine Beziehung jeden Tag neu belebt werden. Lassen
Sie Ihrer Phantasie freien Lauf. Kleine Geschenke zum Beispiel sind das
ganze Jahr durch angebracht. Der Partner freut sich besonders über die
Dinge, denen man sonst keine Aufmerksamkeit zollt: Der Lieblingslippenstift,
ein Gedichtband des Lieblingsdichters, die Schokolade, die er sonst nur
im Büro geniesst, oder eine gute Flasche Wein, die Mann oder auch Frau
besonders schätzt.
Über sexuelle Wünsche sprechen
Mit dem Partner über die sexuellen Wünsche zu sprechen, ist bestimmt nicht
immer einfach. Dazu der Berner Paartherapeut Klaus Heer: "Wenn Sie wirklich
neugierig sind, werden Sie mit den Fragen nach den Wünschen die besten
Erfahrungen machen! Oft sind die Hemmungen stärker als die Neugier. Dann
herrscht eben Stummheit zwischen Ihnen beiden, und ihre gemeinsame Sexualität
verliert mehr und mehr ihren Glanz. Sie wollen sich mit diesem Verlust
nicht abfinden? Also liebäugeln Sie mit Ihrer Neugier und machen sie stärker
als Ihre Hemmungen. Am einfachsten geht das, wenn Sie Ihrem Partner von
Ihren Hemmungen erzählen, bevor Sie ihm die entscheidenden Fragen stellen.
Er wird sie auf Anhieb verstehen, denn er kennt sie auch, diese Hemmungen".
Ein offenes Ohr und eine offenes Herz für den Partner ist wichtige Voraussetzung
für eine erfüllte Sexualität in der Beziehung. Beide Partner haben ihre
Wünsche und Phantasien, darüber zu sprechen kann durchaus anregend wirken
und eröffnet dem Paar eine neue Sichtweise auf ihr persönliches Inneres.
Solche Wünsche können wie ein Geheimnis zwischen den beiden bewahrt werden,
denn Geheimnisse haben etwas Aufregendes und Anziehendes. Erfüllte Sexualität
ist Ausdruck einer ausgeglichenen, bereinigten Beziehung. Lassen Sie Probleme
nicht ansammeln, bitten Sie auch mal um Vergebung, und kommunizieren Sie
den unangenehmen Ablöscher. Unversöhnlichkeit verstopft jede Beziehungspipeline
und lässt die Sexualität zum Egotripp verkommen.
Ein bereichertes Sexleben geht auch immer einher mit tiefem Vertrauen.
Die tiefe, vertrauensvolle Beziehung zu Gott fördert das Bewusstsein,
angenommen zu sein. Diese Disposition äusserst sich positiv in der persönliche
Liebesbeziehung. Dort, wo sich zwei Menschen von der Selbstbezogenheit
abwenden und Gott zum wichtigen Ansprechpartner in ihrem Leben machen,
verschieben sich die Prioritäten vom Nehmenden zum Gebenden, vom Empfangenden
zum Beschenkenden. Denn Gott schenkt uns die wichtigste Ingredienz dafür:
die Liebe.
Den persönlichen Impulsen nachkommen
Martin Luther bemerkte zum Thema Sexualität: "In der Woche zwier (zweimal)...",
was offenbar eine goldene Regel von ihm war. Goldene Regeln sind zwar
sehr hilfreich in gewissen Lebensbereichen, verweisen Sie sie aber wohlweislich
aus in Ihrem Liebesleben. Gehen Sie Ihren persönlichen Impulsen und denen
Ihres Partners nach. Niemand wird Sie so gut beraten können wie die eigene
Frau, der eigene Mann, was das Intimleben angeht. Lassen Sie sich nicht
von den Bettgeschichten Ihrer Freundin/ Ihres Freundes beeindrucken, denn
Sie haben Ihren ganz persönlichen Liebes - Rhythmus, den Sie keineswegs
nach Gutdünken ihrer Freunde ändern sollten- warum auch? Denn Sexualität
ist kein Spitzensport, der regelmässig betrieben werden muss, sondern
Ausdruck der Zuneigung und Liebe zwischen zwei Menschen. Oder wie es Klaus
Heer nennt: "Menschliche Sexualität ist ein Spiel, das wir vertonen können.
Ein Duett!"
Das Liebeslied zwischen König Salomo und seiner Frau Sulamit:
Bibel, Hohelied 7. 6
Wie schön bist du, und wie lieblich bist du, o Liebe, unter den Wonnen!
Dieser dein Wuchs gleicht der Palme, und dein Brüste den Trauben. Ich
sprach: Ich will die Palme ersteigen, will ihre Zweige erfassen; und deine
Brüste sollen mir sein wie Trauben des Weinstocks, und der Duft deiner
Nase wie Äpfel, und dein Gaumen wie der beste Wein,... der meinem Geliebten
sanft hinuntergleitet, der über die Lippen der Schlummernden schleicht.
Ich bin meines Geliebten, nach mir ist sein Verlangen. Komm, mein Geliebter,
lass uns aufs Feld hinausgehen, in den Dörfern übernachten.
Wir wollen uns früh aufmachen nach den Weinbergen, wollen sehen, ob der
Weinstock ausgeschlagen ist, die Weinblüte sich geöffnet hat, ob die Granaten
blühen; dort will ich dir meine Liebe geben.
Autor: Iris Muhl
Quelle: youthmag.ch
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